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Diversity & Inclusion

Krankheit ist keine Privatsache – welche Verantwortung Unternehmen gegenüber Betroffenen tragen

Artikel

08.02.2023

Bei metafinanz ist es uns wichtig, Health & Wellbeing in unseren Arbeitsalltag zu integrieren. Doch was, wenn das Schicksal zuschlägt? Mit 28 Jahren bekam ich die Diagnose Krebs. Ein halbes Jahr musste ich meinen Beruf als Senior Consultant aussetzen, um gesund zu werden. Dabei spielte metafinanz eine wichtige Rolle.

Der Moment, der mein Leben auf den Kopf stellen sollte, war nach einer Yoga-Stunde im Januar 2021. Da fiel mir zum ersten Mal ein Knubbel an meinem rechten Arm auf. Irgendwie spürte ich schon, dass etwas nicht stimmt. Einige Arztbesuche und eine OP später hatte ich Gewissheit: Der Knubbel ist bösartig, ein Tumor. Und nichts war mehr wie früher.

Bis dahin war mir Arbeit extrem wichtig. Ich arbeitete viel und intensiv. Das wollte ich genau so, der Job bei der metafinanz war mein Lebensmittelpunkt, ich ging darin auf. Doch die Diagnose – es war inzwischen April – veränderte alles. Zuerst kam mir das Ganze wie ein böser Traum vor, aus dem mich einfach jemand wecken muss. Es brauchte ein paar Tage, bis ich die Realität verstand. Ab dann rückte die Arbeit zwangsläufig in den Hintergrund, denn mein Leben hing am seidenen Faden.

Die Menschen in metafinanz reagierten darauf so hilfsbereit und entgegenkommend, wie ich es mir nur wünschen konnte. Mein Team stand mir zur Seite und ermutigte mich, den Fokus auf mein Gesundwerden zu legen. Auch wenn es für manche Kolleg:innen schwierig war, mit dem Thema Krebs umzugehen – gerade weil ich noch so jung bin und man denkt, das ganze Leben liegt noch vor einem.

Zurück in den Job – eine Aufgabe für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Nicht nur mein Team unterstützte mich, wo es nur ging. Auch die meta als Unternehmen nahm mir viel Druck: mit hundertprozentiger Lohnfortzahlung während meiner gesamten Krankenzeit und der Bekräftigung, dass ich mir so viel Zeit nehmen soll, wie ich brauche. Es war unglaublich hilfreich, dass ich mir über Finanzielles keine Gedanken machen musste, sondern mich ganz auf meine Regeneration konzentrieren konnte. Man unterschätzt, wie viele Ausgaben so eine Krankheit mit sich bringt.

Ein halbes Jahr war ich krankgeschrieben. In dieser Zeit hatte ich weitere OPs und Bestrahlung. Mit metafinanz blieb ich in Kontakt, einmal im Monat tauschten wir uns aus. Man gab mir mentale Hilfsangebote an die Hand – und das war enorm wertvoll. Hätte ich keine Therapie gemacht, könnte ich jetzt nicht so offen über meine Geschichte reden. Ich hatte viele Ängste, was der Krebs mit mir und meiner Zukunft macht. Beruflich und privat. Kann ich noch das leisten, was ich früher geleistet habe? Bin ich im Unternehmen „verbrannt“ und bekomme keine herausfordernden Projekte mehr?

Zum Glück hat sich das nicht bewahrheitet. Seit einem Jahr bin ich nun wieder voll im Einsatz. Vorausgegangen waren sechs Wochen Wiedereingliederung, in denen ich mein Arbeitspensum nach und nach steigern konnte. Auch hier habe ich viel Unterstützung seitens der meta erfahren: Ich kam gleich in ein Projekt und erhielt ein gutes Onboarding. Trotzdem mache ich nicht genauso weiter wie vorher: Ich achte mehr auf mich und habe gelernt, auch mal Nein zu sagen. Insgesamt fühle ich mich stärker denn je – das spiegelt sich auch im Beruf wider.

Fast jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt in seinem Leben an Krebs

Warum ich jetzt anfange, öffentlich über meine Geschichte zu sprechen? Ich bin an einem Punkt, wo ich sagen kann: Ich akzeptiere, was war. Die Krankheit gehört zu meiner Geschichte und hat mich ins Hier und Jetzt geführt.

Mir ist es ein Anliegen, bei Arbeitgebern mehr Transparenz und Verständnis dafür zu schaffen, wie herausfordernd der Wiedereinstieg nach einer schweren Krankheit ist. Deshalb möchte ich künftig meine Erfahrungen und mein Wissen weitergeben. Wenn ich nur zwei oder drei Führungskräfte motivieren kann, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, hat sich die Mühe gelohnt.

Denn gerade in Zeiten von Fachkräftemangel sollten wir es uns nicht mehr leisten, Mitarbeitende, die einmal krank waren, aufs Abstellgleis zu setzen. Die Zahlen sprechen für sich: In Deutschland erkrankt laut Robert-Koch-Institut fast jeder zweite Mensch im Laufe seines Lebens an Krebs. Nicht jede:r wird dann schon in Rente sein.

Unternehmen sollten eine solche Erkrankung nicht als Privatsache abtun, sondern Betroffenen zur Seite stehen: Das fängt damit an, offen und ehrlich mit ihnen zu sprechen, während des Krankheitsverlaufs Kontakt zu halten und bei ganz praktischen Themen – zum Beispiel bei behördlichen oder rechtlichen Fragen – zu unterstützen.

Letztlich geht es darum, Mitarbeitende wissen zu lassen: Du hast immer einen Platz bei uns und wir wollen, dass du gut zurückkommst – gemeinsam schaffen wir das! In metafinanz leben wir dieses Mindset bereits. Ich würde mir wünschen, dass so ein offener Umgang in jedem Unternehmen selbstverständlich wird.

Quelle Titelbild: AdobeStock/andrey_orlov

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